Wir schreiben im Jahr 2030

Die Zukunft der Technischen Dokumentation

Die Technische Dokumentation war für viele Unternehmen bisher eine rechtlich verpflichtende Begleiterscheinung – um nicht zu sagen: ein notwendiges Übel. In Zukunft wird der Spieß jedoch umgedreht. Der Doku-Bereich soll deutlich aufgewertet werden und den Firmen sogar sparen helfen.
Dr. Harald Stadlbauer, Managing Director von NINEFEB Technical Documentation, hat konkrete Vorstellungen, wohin sich die Technische Dokumentation bis zum Jahr 2030 entwickeln wird.

Nach wie vor sind Anleitungen in Form von Handbüchern die am weitest verbreitete Art der Benutzerdokumentation. Ein Service-Techniker, der vor einem Problem steht, nimmt sein Manual zur Hand und beginnt darin nach der benötigten Information zu suchen.
Dabei vergeht Zeit. Zeit, die Geld kostet. Die nahe Zukunft verspricht da weit effizientere Lösungsansätze.

„Die Entwicklung geht definitiv weg von der herkömmlichen Dokumentation in Papierform. Zukünftig können konkrete Problemlösungen sofort nach Erfassen des Fehlerbildes auf unterschiedlichen Medien angezeigt werden, z. B. als 3D-Animationen über Apps auf dem Handy“, erklärt Harald Stadlbauer.

Aber auch neue Technologien wie Augmented Reality (AR) können in solche Lösungen eingebunden werden. Die Vorteile erklärt Stadlbauer anhand eines praktischen Beispiels: „Man stelle sich den Kfz-Techniker vor, der mit einer AR-Brille ausgestattet ist. Sofort nach dem Öffnen der Motorhaube werden ihm die benötigten Daten virtuell in die reale Umgebung eingeblendet. Es wird beispielsweise der Kilometerstand angezeigt oder die Information, dass das Service-Intervall längst überschritten ist. Der Techniker erhält unmittelbar die erforderlichen Arbeitsanweisungen und sieht, was an welchen Teilen zu tun ist.“

Dr. Harald Stadlbauer, Managing Director von NINEFEB Technical Documentation

Drei Welten verschmelzen

Die Informationen, die der Kfz-Techniker für die Reparatur des Wagens erhält, sind exakt auf die von ihm durchzuführenden Tätigkeiten zugeschnitten. Das kann Arbeitsabläufe enorm optimieren. Die dafür benötigten „Wissenshäppchen“ stammen aus der Technischen Dokumentation zu dem betreffenden Wagen. Diese können in weiterer Folge auch für die Weiterbildung der Mitarbeiter verwendet werden.
„Die Grenzen zwischen Service, Dokumentation und Training verschwimmen. Es wird auf einen einzigen Infopool zugegriffen. Granulare Informations- und Lerneinheiten sind universell verwendbar und erschließen einen breiten Einsatzbereich für neuartige Schulungsformen. Mitarbeiter können die gewünschten E-Learning-Einheiten direkt am Handy abrufen und sich weiterbilden wann und wo sie wollen. Auch beim Einsatz im Feld bieten sich die kleinen Lerneinheiten als Reminder und schnelle Troubleshooter an“, so Stadlbauer.

Zusatzeinkünfte durch effizienteres After-Sales-Management

Die neue Wissenswelt eröffnet innovative Möglichkeiten für Dokumentation, Training und Co und kann auf unterschiedliche Weise zum Unternehmenserfolg beitragen. Mit bedarfsgerecht aufbereiteten Informationen können hohe Einsparungen durch verkürzte Reparatur- und Wartungszeiten erzielt werden. Harald Stadlbauer geht aber noch einen Schritt weiter und davon aus, dass Unternehmen sogar Zusatzeinkünfte lukrieren können, indem sie diese Informationen als Basis für E-Learning-Einheiten verwenden:

„Das ist ein ganz großes Thema für den After-Sales-Bereich. Durch zielgerichtete Wissenseinheiten kann nicht nur die Dauer von Service-Einsätzen verkürzt, sondern auch deren Planung erleichtert werden. Unternehmen, die es verstehen, damit zu arbeiten, können beispielsweise Verfügbarkeitsgarantien anbieten, in deren Rahmen Schadensbehebungen zeitgerecht durchgeführt werden. Im Wettbewerb kann man sich damit von Billiganbietern deutlich abheben. Hinsichtlich des Life-Cycle-Managements kann man seinen Kunden zusätzliche Sicherheit verkaufen.“

Neues Konzept bereits in Verwendung

Die Firma NINEFEB Technical Documentation hat eine Planungsmethodik entwickelt, die Unternehmen für die oben beschriebene Zukunft fit macht. Die Rede ist von iNeed®. Mit der iNeed®-Methode wird eine zielgerichtete Content-Bereitstellung auf unterschiedlichsten Ausgabemedien ermöglicht – auch im Feld. Der Endbenutzer erhält dabei nur jene Informationen, die er für den spezifischen Anwendungsfall benötigt. Als Datenquelle dient ein zentraler Informationspool für Technische Dokumentation, E-Learning und Service.
„Durch die Möglichkeit von Microlearning am Arbeitsplatz oder in der Freizeit hilft iNeed® Unternehmen dabei, die Kosten für Schulungen deutlich zu senken. Die Lerneinheiten werden in spezifische Problemlösungen gesplittet. Die Effektivität der Nutzung von firmeninternem Wissen wird durch die Verknüpfung von Erfahrungen aus dem Feld und Informationen aus der Dokumentation deutlich gesteigert. Der gemeinsame Informationspool bringt viele Vorteile mit sich, rückt die Bedeutung der Technischen Dokumentation in ein neues Licht und räumt ihr einen weitaus höheren Stellenwert ein als bisher. Zukunftsorientierte Unternehmen haben diese Entwicklung bereits erkannt und reagieren auf die damit verbundenen Innovationen sehr positiv“, resümiert Harald Stadlbauer abschließend.

2019-03-12T10:36:05+00:00